Kultur der Aborigines

Vor mehr als 50.000 Jahren kamen die Aborigines ins Northern Territory. Im Laufe der Jahrtau-sende schufen sie ein Kultur, die so vielfältig ist wie die Landschaften, die sie bis heute bewohnen. Von den Anangu am Uluru über die Yolgnu von Arnhem Land bis zu den Tiwi auf Tiwi-Inseln in der Arafurasee: Entdecken Sie, wie vielfältig die Kultur Aborigines mit ihren 40 Stämmen und Sprachfamilien im Northern Territory ist!

Traumzeit

Typisch für viele Aboriginesvölker ist die enge spirituelle Verbindung zum Land. Jeder Stamm hat seinen eigenen Mythos, der den Ursprung, den Lebensraum und die Genealogie des Stammes beschreibt. In „dreamings“ sprechen die Ahnen zu den Lebenden – durch Gesang, Musik und Tanz. Die Traumzeit-Geschichten stiften die Identität eines Stammes und werden von Generation zu Generation weiter vererbt. Gleichzeitig sind sie an realen Wanderungen orientiert und als „songlines“ Reisewege und Landkarten durch das Northern Territory. 

Einblicke

An vielen Orten im Northern Territory gewähren indigene Kulturzentren unverfälschte Einblicke in die Geschichte, das Brauchtum und das Kulturschaffen der örtlichen Aborigines. Stöbern Sie in Kunstgalerien, die echte Aborigines-Kunst anbieten, sehen Sie Künstlern bei der Arbeit zu oder lernen Sie bei Kursen die Technik der Pünktchenmalerei oder des traditionellen Korbflechtens.

 

Jäger und Sammler

Machen Sie bei einer Bush-Tucker-Tour mit und entdecken Sie völlig neue Aromen und Genüsse. „Buschessen“ ist alles, was wild gedeiht und gejagt und gesammelt werden kann: Krokodil, Känguru, Wasserbüffel und Emu, aber auch Goanna, Schlange und Schildkröte. Sehr beliebt sind auch „witchetty grubs“, fette Käferlarven, die zwischen den Wurzeln der Acacia Kempeana leben. Roh schmecken die „Trüffel des Outback“ recht ölig. In heißer Asche geröstet, wird ihr Aroma aus Mandeln, Garnelen und Käse auch Sie begeistern.

Insel-Kunst

Auf den Tiwi-Inseln 80 km nördlich von Darwin haben indigenes Erbe und Einflüsse aus Polynesien eine eigenständige, faszinierend andere indigene Kunst geschaffen. Besuchen Sie bei einem Tagesausflug die örtlichen Kunstkooperativen, die für ihre Rindenmalerei, Holzschnitzereien, Textildrucke und „Pukumani“-Pfähle berühmt sind.

Röntgenblicke und Pünktchen

Je nach Stamm und Region hat die Kunst der Ureinwohner im Northern Territory neue Ausdrucksformen gefunden. Im Kakadu-Nationalpark haben die Gagadju unter den Überhängen von Nourlangie, Nanguluwur und Ubirr Rock typische Beutetiere wie Catfish, Waran und Wallaby im Röntgenstil auf den Fels gemalt, am East East Alligator die Bardedjilidji ihre ockerbestaubten Hände auf den grauen Fels gedrückt. Im roten Zentrum haben die Anangu und Arrernte für heilige oder geheime Zeremonien geometrische Figuren wie Kreise, Spiralen, Bögen und Punkte verwendet, die nur Eingeweihte verstehen konnten. Mitglieder der Künstlerkooperative Papunya entwickelte daraus den Dot Painting-Stil. Einer von ihnen, Clifford Possum Tjapaltjarri, machte diese Pünktchenmalerei weltberühmt. Bewundern Sie seine Arbeiten im Araluen Arts Centre von Alice Springs.

Musik und Tanz der Aborigines

Seit Jahrtausenden halten Musik und Tanz das Kulturerbe der Aborigines lebendig. Lassen Sie sich in der Trockenzeit von ihren Rhythmen auf einem der zahlreichen Festivals mitreißen. Im August feiern das Garma Festival in Gulkula die Kultur der Yolgnu und das Stone Festival das Erbe der Kunwinjku aus dem Westen von Arnhem Land. Im September präsentiert das Mahbilil Festival Tanz und Musik der Gagadju von Kakadu in Lake Jabiru. Für Schlagzeilen sorgte 2008 das Ramingining Festival, bei dem die Chooky Dancers von Elcho Island den Tanz aus dem Kultfilm „Alexis Sorbas“ nach Yolnu-Art interpretierten und als Video auf Youtube stellten. Erleben Sie eine Live-Performance im Northern Territory – die Chooky Dancers treten regelmäßig dort bei Festivals auf.

Längst hat auch der Sound der Dreamtime auch die Musik von heute erobert. Mit Yothu Yindi eroberte erstmals eine Aborigines-Band aus dem Northern Territory die Bühnen der Welt. 2008 stürmte der blinde Bassist der Band, Geoffrey Gurrumul Yunupingu, mit seinem Soloalbum „Gurrumul“ die Charts und blieb 47 Wochen lang unter den Top 100.

Das Didgeridoo

Der Klang des Didgeridoos ist das Tor zum spirituellen Universum der Ureinwohner. Traditionell wird das Instrument aus einem Eukalyptusstamm gefertigt, den Termiten ausgehöhlt haben. Als Mundstück benutzen die Aborigines einen „sugar Bagg“, den sie aus Baumharz,  Wurzelsaft, Ton und den zerstoßenen Nestern der Honigbiene formen. Djalu Gurruwiwi, Clan-Ältester der Yolgnu von Arnhem Land, gehört zu den besten Didgeridoo-Bauern weltweit.

Gespielt werden darf das Didgeridoo nur von Männern. Mit ihrer raffinierten Blastechnik locken sie die erstaunlichsten Töne aus dem Holzstamm. Ein wahrer Meister ist Ash Dargan vom Larrakia-Stamm aus Darwin.